Google hat kürzlich eine Vereinbarung mit dem Kernenergie-Startup Kairos Power getroffen, um sieben kleine Kernreaktoren zu bauen, die seine Rechenzentren mit Strom versorgen sollen. Diese Zusammenarbeit wird Googles Betrieb etwa 500 Megawatt emissionsfreien Strom liefern – genau zu einem Zeitpunkt, an dem der Energiebedarf von Rechenzentren und künstlicher Intelligenz stark zunimmt.

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Bildquelle: Das Bild wurde mit KI generiert, Bildlizenzgeber Midjourney

Laut Google sollen die neuen Kraftwerke bis Ende 2030 in Betrieb gehen. Es ist jedoch noch unklar, ob die Reaktoren direkt an Googles Rechenzentren angeschlossen werden oder ob der Strom über das Stromnetz geliefert wird und Google dann über die Vereinbarung mit Kairos emissionsfreien Strom erhält.

Mit dieser Vereinbarung reiht sich Google in die Reihe von Microsoft und Amazon ein, die sich der Kernenergie zuwenden, um ihren wachsenden Energiebedarf zu decken. Microsoft gab im September letzten Jahres bekannt, Constellation Energy zu bezahlen, um den 1979 stillgelegten Reaktor von Three Mile Island wieder in Betrieb zu nehmen; Amazon plant derweil den Bau eines hyperskalierten Rechenzentrums, das direkt an ein Kernkraftwerk in Pennsylvania angeschlossen werden soll.

Sollte Kairos sein Ziel für 2030 erreichen, wäre dies eine leichte Korrektur seiner früheren Prognose. Laut einem Artikel des US-Energieministeriums hatte Kairos gehofft, den kommerziellen Betrieb „Anfang der 2030er Jahre“ aufzunehmen. Dennoch konkurriert Kairos mit vielen anderen Kernfusions-Startups, die bis 2035 kommerzielle Anlagen in Betrieb nehmen wollen.

Kairos ist ein aufstrebendes Kernenergie-Startup, das sogenannte kleine modulare Reaktoren (SMR) baut und hofft, die Kernenergie durch Kostensenkung und schnellere Bauzeiten voranzutreiben. Traditionelle Kernkraftwerke sind in der Regel riesige Anlagen, die über 1000 Megawatt Strom liefern und deren Bau mehrere Jahre dauert. Die neuesten Kernreaktoren der USA, die Einheiten Vogtle 3 und 4 in Georgia, wurden beispielsweise 2023 bzw. 2024 in Betrieb genommen, aber mit sieben Jahren Verspätung und 17 Milliarden US-Dollar Kostenüberschreitung.

Im Vergleich zu großen Kernkraftwerken versuchen SMR-Startups, die Kosten zu senken und die Bauzeiten durch Massenproduktion zu verkürzen. Kairos geht noch einen Schritt weiter und verwendet geschmolzenes Salz (Lithiumfluorid und Berylliumfluorid) als Kühlmittel anstelle von Wasser. Die US-amerikanische Nuclear Regulatory Commission hat den Plan des Startups für einen 35-Megawatt-Demonstrationsreaktor genehmigt – etwas, das andere SMR-Startups nicht geschafft haben.

Trotz der regulatorischen Zulassung steht Kairos jedoch vor großen Herausforderungen. Es gibt noch keine kommerziell genutzten kleinen modularen Reaktoren, daher ist ihre Wirtschaftlichkeit noch nicht erwiesen. Darüber hinaus unterscheidet sich das Salzschmelzedesign von Kairos stark von den seit Jahren verwendeten wassergekühlten Reaktoren der Branche.

Die vielleicht größte Herausforderung für Kairos ist jedoch nicht technischer Natur. Obwohl laut Pew Research Center 56 % der Amerikaner Kernenergie befürworten, sind 44 % dagegen. Bei der Standortwahl für Reaktoren könnte der Anteil der Gegner steigen, da die Umfrage nicht danach fragte, ob die Befragten bereit wären, ein Kernkraftwerk in ihrer Nähe zu haben. Die derzeitige Unterstützung für Kernenergie ist zwar fast so hoch wie je zuvor, aber Wind- und Sonnenenergie sind deutlich beliebter und deutlich kostengünstiger als neue Kernkraftwerke.

Wichtigste Punkte:

🌟 Google und Kairos Power unterzeichnen eine Vereinbarung zum Bau von sieben kleinen Kernreaktoren zur Bereitstellung von 500 Megawatt emissionsfreiem Strom.

⚡️ Google schließt sich Microsoft und Amazon an und nutzt Kernenergie, um den wachsenden Energiebedarf von Rechenzentren und KI zu decken.

🔧 Kairos steht vor technischen und gesellschaftlichen Herausforderungen; kommerziell nutzbare kleine Kernreaktoren gibt es noch nicht.