Kürzlich hat die Super-Enterprise-Gewerkschaft des Samsung-Konzerns einen formellen Brief verfasst, in dem sie Samsung Electronics auffordert, die internen Beschränkungen für die Nutzung von generativen KI-Tools wie ChatGPT aufzuheben. Die Gewerkschaft vertritt die Arbeitnehmer von fünf Samsung-Tochterunternehmen und übergab den Brief am 17. Oktober an Samsung Electronics-Vorsitzender Lee Jae-yong und den Leiter der Business Support-Arbeitsgruppe, Jeong Hyun-ho.
Samsung Electronics hatte die Nutzung dieser KI-Tools zuvor aus Sicherheitsbedenken und der Angst vor Datenlecks eingeschränkt. Die Gewerkschaft argumentiert jedoch, dass diese Einschränkungen nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens beeinträchtigen, sondern auch die Arbeitseffizienz der Mitarbeiter behindern. In dem Schreiben heißt es: „Ein Unternehmen, das Weltklasse-Ansprüche hat, muss die besten Werkzeuge nutzen und mit dem Zeitgeist gehen. Wir brauchen eine effiziente Arbeitskultur. Wir bitten um die Aufhebung der Beschränkungen, um die Nutzung von künstlicher Intelligenz zu ermöglichen.“
Die Gewerkschaft betont in ihrem Schreiben, dass die Krise bei Samsung nicht nur ein individuelles Mitarbeiterproblem ist, sondern ein bedeutendes Ereignis, das die gesamte südkoreanische Wirtschaft beeinflussen könnte. Neben der Aufhebung der KI-Beschränkungen fordert die Gewerkschaft eine umfassende Reform des Personal- und Leistungssicherungssystems. Die Gewerkschaft kritisiert das bestehende Personalsystem und argumentiert, dass es die Motivation der Mitarbeiter für Beförderungen und Belohnungen zerstört. „Seit der Einführung des neuen Personalsystems haben viele Mitarbeiter das Gefühl, keinen Grund mehr zu haben, sich anzustrengen, da die Belohnungen für Beförderungen praktisch verschwunden sind“, so die Gewerkschaft. „Um eine innovative Organisationskultur zu erreichen, muss man beim Personalsystem ansetzen.“
Um die Arbeitsmotivation der Mitarbeiter wiederherzustellen, fordert die Gewerkschaft die Abschaffung der Obergrenze für Mindestlöhne und die Einführung eines gerechten Beförderungssystems für jede Position. „Wir fordern die Abschaffung der Obergrenze für Mindestlöhne und die Einführung eines gerechten Beförderungssystems für jede Position, damit die Mitarbeiter wieder Lust auf Gehalt und Entwicklungsmöglichkeiten haben“, so die Gewerkschaft.
Im Bereich des Leistungssicherungssystems fordert die Gewerkschaft eine Verbesserung der Gehaltsstruktur, eine Erhöhung der Grundgehälter und die Sicherstellung, dass die Gewinnbeteiligung (OPI) tatsächlich als Leistungsbonus funktioniert. Sie fordert außerdem die Einführung neuer Vergütungssysteme, wie z. B. Restricted Stock Units (RSUs).
Die Gewerkschaft warnt vor den Folgen: „Wenn der Druck zu groß wird, kommt es zum Ausbruch. Viele Warnsignale sind bereits sichtbar“, betonen sie. „Die Gewerkschaft ist kein Hindernis, sondern ein Partner.“
Es sei erwähnt, dass die Super-Enterprise-Gewerkschaft im Februar dieses Jahres gegründet wurde und Gewerkschaften verschiedener Tochterunternehmen umfasst, darunter die Samsung Electronics DX (Device Experience) Gewerkschaft, die Seoband-Gewerkschaft von Samsung Fire & Marine Insurance, die Open Union von Samsung Display und die Win-Win Union von Samsung Biologics.
Bislang hat Samsung Electronics noch nicht öffentlich auf die Forderungen der Gewerkschaft reagiert. Die weitere Entwicklung dieses Ereignisses könnte tiefgreifende Auswirkungen auf Samsung und die gesamte südkoreanische Wirtschaft haben.
Wichtigste Punkte:
- 🤖 Die Gewerkschaft fordert die Aufhebung der Beschränkungen für die Nutzung von generativen KI-Tools zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.
- 📈 Die Gewerkschaft fordert eine Reform des Personal- und Leistungssicherungssystems zur Wiederherstellung der Arbeitsmotivation der Mitarbeiter.
- ⚠️ Die Gewerkschaft warnt vor größeren Problemen, falls die Forderungen nicht erfüllt werden.